Im Gespräch mit Klaus Gödl

GödlBereits in den 80’ern Absolvent des Fachlehrganges für Wirtschaftswerbung, zählt er bei uns zu den Top-Kreativen. Er ist leidenschaftlicher Leibnitzer, partieller Vegetarier und stolzer Vater einer (in ein paar Tagen) erwachsenen Tochter.

Herr Gödl, Sie gelten innerhalb der Leibnitzer ÖVP als Kindermann-Kritiker.

Gödl (schmunzelt): Kritiker ist das falsche Wort. Hans Kindermann und ich hatten schon etliche, zumTeil heftige Kontroversen, da wurde es auch laut und es flogen ab und an die Türen.Unser „Verhältnis“ pendelte schon des öfteren zwischen Sympathie und Antipathie. Nichtsdestotrotz schätze ich Hans Kindermann sehr. Er besitzt etwas, das ich bei Vielen vermisse: Handschlagsqualität. Wenn Hans Kindermann dir etwas zusagt, dann kannst du dich 100%ig darauf verlassen. Außerdem ist er ein leidenschaftlicher Visionär, dabei allerdings oft impulsiv -womit naturgemäß nicht jeder umgehen kann.

Hat sich Kindermann in den letzten 5 Jahren geändert?

Gödl: Ja, auf jeden Fall. Ich kenne ihnmittlerweile seit 15 Jahren. Erwurde nachdenklicher und kann heute zu seinen Fehlern stehen. Er wurde in den letzten Jahren einsichtig und hat aus der Vergangenheit viel gelernt. Er ist zwar nachwie vor in gewissen Dingen beratungsresistent, aber ich bin mir sicher, er lernt auch das noch.

Was stört sie an der derzeitigen Stadtregierung?

Gödl: Gute Frage! Was mir sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass sich in den letzten 5 Jahren in Leibnitz nichts Wesentliches getan hat. In den Leibnitzer Perspektiven wirbt die SPÖ mit Ihren Projekten.Ganze fünf sind es und allewerden erst zwischen 2010 und 2012 fertiggestellt. Bei zweien gab es bis dato lediglich einenmedial groß inszenierten Spatenstich. Da frag ich mich als Bürger und Steuerzahler schon,was haben dieHerrschaften in der Zeit zwischen dem Amtsantritt von Bgm. Helmut Leitenberger 2005 bis jetzt eigentlich getan, außerMannerschnitten verschenkt?

Themenwechsel: Was mögen Sie an Leibnitz?

Das Überschaubare. Das Gemütliche. Ab und an mag ich sogar das Kleinkarierte. Und wenn mich dieses „Und täglich grüßt dasMurmeltier -Gefühl“ zu sehr übermannt, dannbrauch ich dieGroßstadt.

Brauche das Hektische, das Laute, das Grelle. Da meine Tochter ganz gleich denkt, verabschieden wir uns hin undwieder für ein, zwei Wochen und lassen dasKonträre auf uns wirken. Im Gegensatz zu meiner Tochter, kehre ich danach aber wieder gerne nach Leibnitz zurück.

Stimmt das Gerücht, dass Sie Leibnitz den Rücken kehren und auswandern wollen?

Gödl (lacht): So ein Schwachsinn! Es stimmt, ich erhielt bei einer kurzen Tätigkeit inNewYork vor zwei Jahren ein Jobangebot, und hätte dortweiter arbeiten sollen. Das ergab sich mehr zufällig und ist eine etwas ausgefallene Geschichte. Nein, ich liebe unser kleines, beschauliches Leibnitz und würde nicht einmal für 50Mio. Euro auswandern. Na ja, für 50Mio. vielleicht doch.

Danke für das Gespräch.

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